Quo vadis Stadtwald?

CDU, SPD und AfD beschließen Fällung von 400 geschädigten Bäumen

Die Diskussion um eine angemessene Behandlung des Bad Vilbeler Stadtwaldes reißt seit der Petition "Ende des massiven Holzeinschlages im Bad Vilbeler Stadtwald" nicht ab. Inzwischen ist zwar eine Umweltkommission berufen, in der sowohl die Waldwirtschaftspläne als auch das nächste Forsteinrichtungswerk beraten werden soll. Doch bevor dazu die Stadtverordneten sich beraten und entsprechende Beschlüsse fassen konnten, hat die CDU-SPD-Koalition mit einem Beschluss Fakten geschaffen. Der Beschluss gestattet es Hessenforst, "absterbende Bäume" jenseits der Verkehrswegesicherung zu fällen. Das kranke Bäume nun auch mitten im Wald gefällt werden, begründen Vertreter der antragstellenden Fraktionen mit der Gefahr, die von diesen Bäumen für Pilz- und Bärlauchsammler und Waldkindergärten ausgehe.

Geltende Rechtslage außer Acht gelassen

Diese Argumentation lässt jedoch die geltende Rechtslage außer Acht. Im § 14 Abs. 1 Bundeswaldgesetz ist geregelt: "Das Betreten des Waldes zum Zwecke der Erholung ist gestattet. ... Die Benutzung geschieht auf eigene Gefahr. Dies gilt insbesondere für waldtypische Gefahren." Der Stadtwald ist keine Parkanlage von der erwartet werden kann, dass sie auch abseits der Wege frei jeglicher Gefahren ist. Das ist ein völlig überzogene Sorgfaltspflicht, die rechtlich nicht gedeckt ist.

neues Fortseinrichtungswerk abwarten

Die Fraktion der Grünen hatte lediglich die Fällung aufgrund der Verkehrswegesicherung zulassen wollen. Über 380 Eschen und Buchen, die nach Hessenforst geschädigt sind, jedoch mitten im Wald stehen, sollte erst auf Grundlage des neuen Forsteinrichtungswerkes beschlossen werden. (Grüne kämpfen für den Erhalt von 380 Bäumen im Stadtwald)

Im Wald geht es auch ohne Hessenforst

Angesichts dieser andauernden Auseinandersetzung mit Hessenforst lohnt sich ein Blick, welche Erfahrungen andernorts gemacht worden sind. Hier gehen Kommunen bei der Bewirtschaftung ihrer kommunalen Wälder inzwischen andere Wege. Möglicherweise auch eine Lösung für den Bad Vilbeler Stadtwald.



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